Förderverein Jugend- & Schullandheim Pelzerhaken

Förderverein Jugend- & Schullandheim Pelzerhaken

Ein Jahr nach der Schließung: Ist Pelzerhaken noch zu retten?

Göttingen, 16.01.2008 - Ein Jahr Verkaufsbeschluss, ein Jahr ein geschlossenes Schullandheim. Nachdem die CDU/ Grünen-Mehrheit am 13.12.2006 im Kreistag die Veräußerung beschlossen und kurze Zeit später die Einrichtung in einer Nacht- und Nebelentscheidung geschlossen hatte, wurde am 5.12.2007 ein Antrag der SPD-Fraktion zum Weiterbetrieb der „Perle an der Ostsee“ beraten. Es folgte eine schallende Ohrfeige der CDU/ Grünen-Mehrheit, die den Förderverein des Jugend- und Schullandheimes als „Berufsjugendliche“ bezeichnete und die Qualifikation der erfahrenen Mitglieder des Fördervereins zum Weiterbetrieb in Frage stellte. Ergebnis einer emotional geführten Debatte: Pelzerhaken bleibt weiterhin geschlossen, wartet bislang vergebens auf einen Käufer und wird seitens der Verwaltung mittlerweile nur noch mit dem Grundstück bewertet, auf dem es steht. Dies machte die Verwaltung deutlich.

Eine halbe Millionen Euro - diese Zahl nannte der Kreistagsabgeordnete Ronald Schminke (SPD) als Verlust, den der Landkreis aufgrund der Schließung in 2007 auf Kosten der Steuerzahler eingefahren habe. Und das erschreckende dabei ist, dass mittlerweile das Mobiliar der Einrichtung an Großhoteliers in Neustadt versteigert wird. Der CDU-Landrat hat also Pelzerhaken bewusst runtergewirtschaftet. So wundert es dann nicht, dass ein Hamburger Auktionshaus den „Ladenhüter“ (Zitat des Auktionshauses) für 500.000 Euro erwerben würde. Einst hatte die Verwaltung mit einem Verkauf für 3 Millionen Euro gerechnet.

Nun scheint Pelzerhaken verloren. Aber wir kämpfen weiter. Der Förderverein des Jugend- und Schullandheimes ist immer noch bereit, sich bei einem möglichen Weiterbetrieb einzubringen. Wäre der Kreistag 2007 schon auf das „verbindliche Angebot“ der vom Fördervereins gegründeten "ACTIO PH gGmbH" zum Weiterbetrieb eingegangen, hätte der Landkreis 2007 keinen Verlust gehabt. Mit im Boot waren Architekten, Wirtschaftsprüfer, Ingenieure und ehrenamtliche Leistungsträger, die ein schlüssiges Konzept zum Weiterbetrieb erarbeitet hatten. Vor diesem Hintergrund scheint der Entschluss des Landrates, nicht mit dem Förderverein über das Fortbestehen von Pelzerhaken zu verhandeln, umso unverständlicher…